Worte zum Tag

Aus dem heiligen Evangelium vom letzten Sonntag nach Johannes. In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“.

Aus der Predigt am 10. Mai von Pfarrer Alois Möstl: In den Tagen dieser großen Unsicherheit kann uns dieses Wort Jesu Trost und Stärkung sein, denn es ist nicht nur die Sorge um die Gesundheit. Da kommt noch so vieles hinzu: Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Angst vor Ansteckung, Verlust der Existenz. Das Alltagsleben war wochenlang wie tot und ist auch jetzt noch sehr eingeschränkt. Wir meinten immer, das Leben von Jahr zu Jahr sicherer gemacht zu haben. Die Lebenserwartung ist ständig gestiegen. Gegen Krankheiten haben wir Medikamente und Impfungen. Wir meinten immer: Wir sind gut abgesichert! Alles im Griff!Und dann ist dieser Schock mitten im abgesicherten Leben. Über Nacht sind alle unsere aufgebauten Sicherheiten zusammengebrochen. Die Illusion der modernen Gesellschaften, eine solche Pandemie problemlos meistern zu können, ist zerplatzt.

Jesus sagt uns heute: „Ich bin der Weg“. Sein Weg führt mitten durch diese Welt, er ist kein Höhenflug und keine Illusion, er führt durch die Sorgen, auch durch Kummer und Leid, jetzt durch die Krise. Darum: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Niemand weiß, was noch alles auf uns zukommen wird, darum halten wir uns an Christus. Dieser Weg ist der Einzige, der hindurch führt durch das Elend dieser Zeit, hinausführt aus Illusionen, aus der Rat- und Hilflosigkeit dieser Welt.Und sind wir dankbar für jeden Tag in Gesundheit, dass wir nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist und wir nicht alles kontrollieren können.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. Euer Herz lasse sich nicht verwirren.