Römerschatz

Der Kumpfmühler Römerschatz, der größte römische Fund in Süddeutschland mit 25 Goldmünzen und 610 Silberdenaren. Entdeckt 1989 bei Kanalbauarbeiten direkt hinter der Pfarrkirche St. Wolfgang (Lage des Fundortes siehe Seite "Fundorte"). Der Schatz ist ausgestellt im Historischen Museum der Stadt Regensburg, Abteilung Römerfunde.

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Die Kelten

Die Pfarrei St. Wolfgang ist eine junge Gemeinde (gegründet 1921) auf sehr altem Siedlungsgebiet.

Ältester Stadtteil Regensburgs: Kelten in Kumpfmühl

Bei Bauarbeiten (1999) am "Kumpfmühler Stachus", der belebten Straßenkreuzung zur Altstadt, wurden Gräber mit Skeletten in Hockstellung aus der Jungsteinzeit vor 7000 Jahren entdeckt. Schmuckketten aus Muscheln lassen auf Handelsverbindungen der frühesten Kelten (= Gallier) zum Schwarzen Meer schließen.

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Grab aus der Jungsteinzeit

Bei Erdarbeiten an der Augsburger Straße (200 Meter südlich der Wolfgangskirche) stieß man 2006 auf ein höchst interessantes Grab aus der Jungsteinzeit. Das Bild zeigt eine Grube mit zwei menschlichen Skeletten, dazu ein Hund, wahrscheinlich aus der Zeit um 3.000 vor Chr. Die dunkle Erde darüber zeigt, dass der Schacht später zugeschüttet wurde. Der blaue Pfeil unten links zeigt nach Norden.

In der Jungsteinzeit vollzieht sich der Übergang von der Jägerkultur hin zur Sesshaftigkeit, zugleich damit auch zum Ackerbau und zur Viehzucht. Das Ende der Jungsteinzeit um 3.000 vor Chr. bildet die einsetzende Verwendung von Kupfer oder Zinn (Bronzezeit). Siedlungen der Jungsteinzeit weisen zumeist typische Sonderbestattungen auf, so auch in Kumpfmühl (Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Bild: Arctron).

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Die Römer in Kumpfmühl (70 - 170 nach Christus)

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Lange bevor die Römer ihr Legionslager Castra Regina gündeten (179 n. Chr.), waren sie in Kumpfmühl. Kaiser Vespasian, der auch das Colosseum in Rom erbauen ließ, errichtete um 70 nach Christus ein Römerkastell, das unmittelbar an die heutige Wolfgangskirche angrenzte. 500 Soldaten sicherten diesen Abschnitt der Nordgrenze zur Donau. Im Schatten des Kastells entwickelte sich ein ausgedehntes Lagerdorf, seine Ausdehnung entsprach dem heutigen Alt-Kumpfmühl. Funde aus der Römerzeit sind in einer Vitrine im Pfarrheim ausgestellt.

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