Baumeister Dominikus Böhm aus Köln

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Die Holzkirche erwies sich für den aufstrebenden Stadtteil viel zu klein. Dr. Joseph Habbel, Kommerzienrat und Gründer Regensburger Zeitungen, Vorstand im St. Wolfgangsbauverein und Kirchenpfleger, lernte auf seinen Reisen den Kölner Architekten Professor Dominikus Böhm (1880 - 1955) kennen und bat ihn, die Pfarrkirche in seiner Heimat zu entwerfen. Die Wahl Böhms war ein Glücksfall, denn der Schöpfer der Wolfgangskirche gilt inzwischen als der führende Kirchenarchitekt des 20. Jahrhunderts in Deutschland. 50 Kirchen hat er zumeist im Rheinland errichtet, vielen weiteren Kirchen hat er baulich verändert. Böhm besaß den Mut, modern zu bauen, dennoch lassen sich in der Wolfgangskirche vielfältige Verbindungen zur mittelalterlichen Architektur Regensburgs erkennen. St. Wolfgang ist der letzte große Kirchenbau Böhms vor dem Zweiten Weltkrieg und eine Weiterentwicklung seiner Bauten in Essen, Lingen, Bocholt und Bremen. Die meisten seiner Kirchen wurden nach Kriegsschäden beim Wiederaufbau verändert, bei uns ist jedoch seine ursprüngliche Konzeption weitgehend beibehalten, darum zählt St. Wolfgang zu den Schlüsselbauten moderner Kirchenarchitektur.

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1930 lagen erste Entwürfe für eine ovale Kirche vor. In einer Skizze von 1938 schließlich hatte der Baumeister den Altar ins Zentrum der Kirche gerückt. Diese Idee wurde weiterverfolgt, es war eine mutige Idee, wie sich noch zeigen wird. Ein Kirchenbau während der Zeit des Dritten Reiches bildete zudem eine Herausforderung, wie sich noch zeigen wird, er erforderte viel Gottvertrauen, Mut und Zielstrebigkeit aller Pfarrmitglieder. Der umfangreiche Briefverkehr im Pfarrarchiv zwischen Stadtpfarrer Meister und dem Kölner Baubüro belegt dies.