Steinmadonna

Räume können so beeindruckend wirken, dass sie kein zusätzliches Bildwerk vertragen. So befinden sich nur zwei Kunstwerke an den weißen Hochwänden:

Die Marienfigur, um 1330 im gotischen Stil der sog. Schönen Madonnen gestaltet, trägt das Jesuskind, welches die Gewandbrosche der Mutter ergreift.

Das Original dazu hat der Kirchenbaumeister Dominikus Böhm aus Köln ausgewählt, es wird in Oberwesel (gegenüber dem Loreley-Felsen) aufbewahrt und blickt dort auf den Rhein, sie ist als "Schiffer-Madonna" bekannt. Unsere Liebe Frau als Meeres-Stern, Gefährtin im Strom der Zeit.

Sei gegrüßt,
du Begnadete,
der Herr ist mit dir!
Du hast bei Gott
Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind bekommen.
Er wird Sohn des Höchsten
genannt werden.
Gruß des Engels, Lk 1, 28-35

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Johannes

Johannes der Täufer mit dem Lamm Gottes, Original um 1520, Stephan Rottaler zugeschrieben, im sogenannten Weichen Stil der Spätgotik, eine Nachbildung aus der Schule Hans Leinbergers.

Neben der Schiffer-Madonna ist dies das einzige Kunstwerk an den weißen Hochwänden.

Die Heiligenfigur erinnert auch an den ersten Pfarrer und Erbauer von St. Wolfgang, Johann Baptist Meister, der seinen Namenspatron damit ehren wollte.

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Rosetten

Die vier Rosenfenster geben der Pfarrgemeinde St. Wolfgang wie Sterne oder Kompass Orientierung auf dem Weg durch die Zeit. Die Komposition der vier Rosenfenster lässt die kosmische Harmonie des Universums, das heißt die Hinwendung zum Einen erahnen. Die strenge Geometrie besteht aus dem Blütenkern, in dem ein Kreuz eingeschrieben steht. Es folgt eine doppelte Reihe von Rosenblättern und außen ein Kranz von zwölf Kreuzscheiben.

Die drei Rosenfenster bestehen aus je 10.794 Glasstücken, die noch mehr gegliederte, farbige Westrosette besitzt sogar 17.274 in Blei gefasste Farbgläser.

Wer an mich glaubt,
glaubt an den, der mich gesandt hat.
Und wer mich sieht,
sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist,
damit jeder, der an mich glaubt,
nicht in der Finsternis bleibt.
Aus der Offenbarungsrede Jesu, Joh 12, 44-46

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Neue Welt

Bläulich schimmernde Rautengläser in drei Rosenfenstern deuten den göttlichen Gnadenfluss an, der unaufhörlich aus dem Kreuz in der Mitte quillt. Damit klingt das Thema der Vision der neuen Welt an, wie sie auf der letzten Seite der Bibel beschrieben ist. Sie schildert den paradiesischen Endzustand der Schöpfung (Offb 22,1).

Gott ist Licht,
und keine Finsternis
ist in Ihm.
Niemand hat Gott je geschaut.
Wenn wir im Licht leben,
wie Er im Licht ist,
haben wir Gemeinschaft miteinander.
Gotteserkenntnis, 1 Joh 1,5; 4,12; 1,7

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Raumeindruck

Der Altarblock erhebt sich genau im Schnittpunkt der Kreuzarme und des Pfarrzentrums. Vom Altar aus hat der Baumeister die Kirche entworfen. Der Kreuzraum mit fast 24 Meter Höhe überrascht. Der Kirchensaal ist nach dem Dom der höchste der Diözese.
Das Kircheninnere setzt sich aus 10 kubischen, also quadratischen Raumkörpern zu je 12 x 12 x 12 Metern zusammen.

Wer gleicht dem Herrn,
unserem Gott,
im Himmel und auf Erden,
Ihm, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe
der den Schwachen
aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht,
der im Schmutz liegt?
Gottes Größe im Erbarmen, Ps 113, 5-7

Vergleich der höchsten Kirchenräume (gemessen bis zum Bogenscheitel):

Regensburg, Dom     32,8 m
Regensburg, St. Wolfgang     23,7 m (Flachdecke!)
Regensburg, Dominikanerkirche     23,5 m
Straubing, St. Jakob     22,7 m
Amberg, St. Martin      19,6 m
Regensburg, Minoritenkirche      18,1 m
Weiden, St. Josef     18 m
Deggendorf, Mariä Himmelfahrt  17,6 m
  • raumeindruck

 

Die farbige Westrosette

Der gewaltige Durchmesser beträgt neun Meter. Sie setzt sich zusammen aus 17.274 in Blei gefassten Glasstücken. Die märchenhafte Sinfonie der Farben besteht aus

  • dem Rot (Zeichen unserer Erlösung),
  • dem Grün (Erwartung der Vollendung) und
  • dem Blau (Wolken des Himmels).

Im Innenkreuz flimmern und zittern goldgelbe Gläser brillierend um die Wette: Zeichen göttlicher Majestät. Die prachtvolle Chorrose von St. Wolfgang gilt als das schönste Rosenfenster von Dominikus Böhm.

Halleluja
Das Heil und die Herrlichkeit
und die Macht ist bei unserem Gott.
Seine Urteile sind wahr und gerecht.
Denn König geworden ist der Herr, unser Gott.
Wir wollen uns freuen und jubeln
und Ihm die Ehre erweisen!
Hymnus des Himmels, Offb 19, 1-7

  • rosettenfenster

Das Kreuz

Im Brennpunkt der Kirche steht nicht der vom Schmerz verzerrte, sondern der erhöhte Herr mit einer Krone.

Klarer könnte Kunst nicht zum Geheimnis der Eucharistie hinführen, das wir im Glauben feiern. Unter dem Kreuz versammelt Christus die entstehende Kirche: Maria und Johannes.

Während der NS-Zeit konnten keine namhaften Künstler für die Kirche gewonnen werden. Darum musste der Architekt Prof. Dominikus Böhm mittelalterliche Darstellungen in Stein nachgießen. Heute erinnert das Triumphkreuz an eine für die Kirche sehr schwere Zeit.

Wenn ich
über die Erde
erhöht bin,
werde ich alle
zu mir ziehen.
Evangelium nach Johannes 12, 32

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Tabernakel

Die Wächter vor dem Allerheiligsten

In der Bibel zählt die Apokalypse zu jener Schrift, in der Engel am häufigsten erwähnt werden. Sie stehen vor des Höchsten Thron, huldigen Christus, dem Lamm Gottes, in sieben messianischen Ehrenprädikaten und stimmen mit ein in unser dreimal Heilig der Messe (Offb 4, 8; 5,11).

In hochwertiger Emailtechnik (Kunstwerkstätten Köln 1940)  schmücken zwanzig verschiedene Engelsgestalten die glanzvergoldeten Türflügel des Tabernakels. Sie wollen nicht Zierrat sein, sondern an exponierter Stelle eine Kunde überbringen. Am Gottesdienst beteiligt, stärken sie den Glauben der Pfarrmitglieder an Gottes geheimnisvolles Wirken in der Welt.

Würdig bist Du, Macht zu empfangen,
Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre,
Lob und Herrlichkeit.
Lobpreis der Engel, Offb 5, 12

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  • tabernakel-2

Orgel

St. Wolfgang besitzt den größten Orgelprospekt der Diözese. Über 12 Meter Breite beträgt die Fassade
der Pfeifen. Haupt- und Fernorgel (Fa. Siemann und Weise) mit 57 klingenden Registern werden auf
4 Manualen bedient. Der Klangumfang ist enorm. Die größte Pfeife misst 10 Meter Länge (Ton C, Contrabass), die kleinste 10 Zentimeter (vier-gestrichenes a der Cimbel).

  • orgel



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